Die Autorin begeistert mit ihrem neuen Roman über Kaiserin Elisabeth von Österreich und beleuchtet die Reit- und Pferdeleidenschaft Sisis. Wir haben uns mit Karen Duve über ihr neues Buch unterhalten:


Die Protagonistin Ihres Romans ist die Kaiserin Elisabeth von Österreich. Wie kamen Sie auf die Idee?
Ich wollte eigentlich ein Buch über Reitsport machen und suchte dafür nach einer einigermaßen bekannten historischen Person mit einer Obsession für Pferde. Dass ich dabei auf Elisabeth von Österreich gestoßen bin, hat mich selber überrascht. Die Kaiserin war eine der besten und mutigsten Reiterinnen ihrer Zeit, das hatte ich nun wirklich nicht erwartet.

Auf dem Cover Ihres Buches ist nicht Sisi, sondern sind die perfekt dressierten Pferde Flick und Flock abgebildet. Welcher Gedanke steckt bei dieser Wahl dahinter?
Es sind nicht nur die Pferde, die Sisi so gut dressiert hatte, dass sie auf Befehl Männchen machten. Mit den ihr nahestehenden Menschen ist sie ganz ähnlich umgegangen. Besonders mit den Männern, die in sie verliebt waren.

Ihr Roman spielt in den 1870er-Jahren, als Elisabeth schon 38 Jahre alt war. Warum fanden Sie diesen Ausschnitt aus dem Leben der Kaiserin so spannend?
In den meisten Biografien wird dieser Zeitabschnitt ihres Lebens etwas stiefmütterlich behandelt. Um so mehr Neues gab es dort für mich zu entdecken. Und es ist die Zeit, in der die schönste Frau Europas zu altern beginnt. Die Tragik ist vorprogrammiert.

Welches Bild hatten Sie von Sisi, bevor Sie für den Roman recherchierten?
Ein pastelliges, süßliches mit dem Gesicht von Romy Schneider. Ich brauchte erst den Umweg über die Pferde, um mich für Kaiserin Elisabeth zu interessieren. Jetzt bin ich ihr natürlich verfallen.

Welche Quellen haben Sie für Ihren Roman genutzt?
Ich habe mit den bekannten großen Sisi-Biografien von Conte Corti und Brigitte Hamann angefangen und mich dann zu immer spezielleren Büchern und Artikeln vorgearbeitet. Am meisten konnte ich aus den Lebenserinnerungen ihrer Angestellten und Verwandten ziehen. Eigentlich habe ich alles gelesen, wo Sisi draufstand.

Kann man sich als moderne Leserin (oder Autorin) mit Sisi überhaupt identifizieren?
Überhaupt kein Problem. Mit ihrem Selbstoptimierungswahn würde sie heute viel weniger anecken, als sie es damals getan hat. Und die großen Themen wie Sehnsucht, Enttäuschung oder die Angst vor dem Älterwerden sind ja sowieso zeitlos.

Herzlichen Dank.



Stille blutet

Sisi
Karen Duve
Galiani-Berlin
Gebunden, 416 Seiten
978-3-86971-210-9
Euro 26,-


schönerlesen Gmbh
Wieblinger Weg 92a
69123 Heidelberg