Michael Kobr & Volker Klüpfel im Interview



Wie kam es zu diesem großartigen Ortswechsel vom Allgäu an die Côte d`Azur?
Kobr: Port Grimaud ist seit vielen Jahren einer meiner Lieblingsurlaubsorte mit der Familie, sei es für Camping oder im Ferienhaus. Da dieses pittoreske Örtchen durch seine besondere Geschichte, die hübsche Lage und nicht zuletzt die Lage zum mondänen Nachbarort Saint-Tropez wirklich einiges zu bieten hat, lag es fast schon auf der Hand, hier mal eine Geschichte spielen zu lassen.

Mussten Sie ausgedehnte, intensive Recherchereisen nach Port Grimaud und Umgebung unternehmen?
Klüpfel: Kollege Kobr natürlich nicht mehr, aber ich war dort – auch wenn der Grund für die Reise Arbeit war, es war auszuhalten.

Wie würden Sie Ihren neuen Helden, Guillaume Lipaire, charakterisieren?
Kobr: Der Mittsechziger Lipaire, eigentlich ja Wilhelm Liebherr, ist ein Lebenskünstler, der es nach einem finanziellen Absturz dennoch geschafft hat, sich ein bescheidenes, aber angenehmes Leben an der Côte d’Azur zu ermöglichen. Er ist nicht nur »normaler« Hausmeister, sondern bessert seine Kasse durch die heimliche Untervermietung jener Ferien- häuschen auf, auf die er vorgibt, aufzupassen. Und wenn er schon mal da ist, genehmigt er sich ab und zu ein kühles Schlückchen Rosé aus dem Weinkeller der Eigentümer und eine Siesta auf der einen oder anderen hübschen Terrasse am Wasser. Das ist zwar nicht wirklich legal, aber letztlich kommt damit ja auch niemand groß zu Schaden. Zum Glück kann sich Guillaume seine Welt immer ein wenig so zurechtlügen, dass es ihm gutgeht und er das Leben durch die rosarote Brille, »la vie en rose«, führen kann.

Wie können Sie beim Schreiben einer solch wunderbar skurrilen und herrlich schrägen Geschichte ernst bleiben?
Klüpfel: Mit Rosé.

Gibt es ein Wiedersehen mit den »Unverbesserlichen«, die Monsieur Lipaire um sich schart?
Kobr: Natürlich, die Figuren und das Setting sind uns inzwischen derart ans Herz gewachsen, dass es auf jeden Fall weitergehen muss. Wir sind sogar schon an der Arbeit zum nächsten Band.

Für wen wäre Ihr Buch das perfekte Weihnachtsgeschenk und warum?
Klüpfel: Na, für alle, die gern gute Bücher lesen im Allgemeinen, für Frankophile im Speziellen und natürlich für die, die sehen wollen, wie man das Genre Gauner-komödie in die Moderne übersetzen kann.

Und was wäre die perfekte Ergänzung, mit der man Ihre »Unverbesserlichen« zusammen zu Weihnachten verschenken sollte? Eine Flasche Wein? Einen Reisegutschein? Oder …
Kobr: Klar, eine Flasche Rosé, das wäre schon passend. Ein Reisegutschein nach Port Grimaud: sensationell. Oder vielleicht auch einen Gutschein fürs gemeinsame Kochen eines passenden Menüs: Erst ein bisschen Oliventapenade auf geröstetem Baguette, dann ein Salat mit gratiniertem Ziegenkäse, Honig und Lavendelblüten, anschließend Wolfsbarsch im Salzmantel und Ratatouille und als krönenden Abschluss eine schöne Crème Brûlée?

Verraten Sie uns auch, wie es mit Klufti weitergeht?
Klüpfel: Auf jeden Fall. Sobald wir es wissen.



Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!






Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire
Volker Klüpfel, Michael Kobr
Ullstein
Gebunden, 496 Seiten
978-3-5502-0144-8
Euro 24,90